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DIE BEATS
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Die Rhythmuserfahrung von Nathan Berg: "Mich fasziniert besonders die Positivität und Intensität der Gefühle, welche gute Rhythmen in mir auslösen: Es sind Empfindungen von Lebensfreude, Kraft und einer gesunden Portion Ausgeflipptheit, die bei mir vor allem durch intelligente und exakte Soli ausgelöst werden. Man hat das Gefühl, in einer Dampflok zu sitzen, die man mit Percussion anfeuert und die mit einem durch die Landschaft prescht. Solche Empfindungen scheinen vor allem durch das harmonisch-ineinandergreifende Zusammenspiel der Trommeln zu entstehen. Wie die Räder der Dampflok sich immer weiter drehen, so treibt die scheinbar unaufhörliche zyklische Melodie der Trommeln den Beats voran. Wenn ich Rhythmus mache, bin ich automatisch überaus konzentriert bei der der Sache, bin drin im Beat, gehe darin auf. Und das allerbeste ist, diese Erfahrung in einer Gruppe zusammen mit anderen Menschen zu machen, einzutauchen in rhythmische Interaktion und die Struktur des Rhythmus'. Darüber hinaus bin ich unglaublich entpannt und ausgeglichen, nachdem ich 100% mit Geist und Körper Rhythmus produziert habe. Für mich persönlich spielt die körperliche Komponente beim Trommeln eine wichtige Rolle. Trommeln stellt für mich eine wunderbare Kombination aus rhythmisch-motorischer Herausforderung des gesamten Körpers, musikalisch-künstlerischer Herausforderung des Geistes und rhythmisch-sozialer Interaktion dar. Für mich ist das Spielen von Basstrommel- und Djembébeats einfach das pure Flow-Erlebnis."
Die Wurzeln: Rhythmen der Malinké Die Djembé und die drei Basstrommeln Dununba (Doundounba), Sangban und Kenkeni (Kensedeni) stammen ursprünglich von den Schmieden der Malinké-Ethnie aus Westafrika. Die Trommler der Malinké haben das spielen mit Djembés und Basstrommeln weltweit bekannt gemacht und verfügen über ein sehr großes Repertoire von unterschiedlichsten traditionellen Beats/Ryhthmen und damit verbundenen Gesängen und Tänzen. Es gibt einerseits sehr einfache Rhythmen, die auch ohne Vorkenntnisse in wenigen Stunden mit einer Gruppe erlernt werden können und schnell zu einem rhythmischen Erfolgserlebnis führen. Andererseits haben die Malinké, auch sehr komplexe Beats entwickelt, die erst nach jahrelanger Übung, Talent und einem Feeling für den Malinké-Stil gut bespielt werden können. Die Rhythmen der Malinké und auch vieler anderer Ethnien zeichnen sich besonders durch Melodie und Struktur aus. Gespielt werden die traditionellen 16/8- oder 12/8-Beats von den drei Basstrommeln unterschiedlicher Größe und ca. drei Djembés (ca. zwei Begleitstimmen und ein Solist, wobei sich die Spieler für die Soli meistens abwechseln). Hinzu kommen häufig traditioneller Gesang und Begleitung durch Krins, Balafon, Querflöten und Rasseln. In Westafrika werden diese Rhythmen selten ohne dazugehörigen Tanz gespielt. In
den meisten Fällen handelt es sich bei westafrianischen Beats um Polyrhythmen,
dass heißt,
dass jede Trommelstimme (Pattern)
einen eigenen Teil des komplexen melodischen Gesamtbeats ausmacht.
Somit spielen so gut wie nie zwei Spieler in einer Gruppe das gleiche
Pattern. Westafrianische Rhythmen
können
somit nur in der Gruppe vollständig gespielt werden und verlangen
von jedem Spieler einerseits eine hohe Konzentration auf die eigene
Trommelstimme, die sich von allen anderen unterscheidet, und andererseits
ein feinfühliges
Mitverfolgen der und Reagieren auf die anderen Trommelstimmen. Der
Solist ist hierbei für die Gruppe die Hauptbezugsperson und bestimmt
mit speziellen Signalen die Spielzyklen. Sobald Tanz hinzukommt,
stehen der Solist und die TänzerInnen meist in ständigem Kontakt
zueinander, wobei es meist zu einer ausdrucksstarken Interaktion zwischen
TänzerInnen und Solisten kommt und beide aufeinander reagieren -
die eine Seite mit Trommelschlägen, die andere Seite mit Tanzschritten. Es
macht einen ganz besonderen Reiz aus, dass die Spieler und Tänzer
einer Gruppe in ständiger
Interaktion miteinander sind, denn so wird das spielen eines
Beats wie zu einem Fest, wie zu einer Party, die die Spieler miteinander
feiern, nur dass dort nicht verbal kommuniziert wird, sondern über
Töne,
Slaps, Bässe
und den Körper. Der "Rhythmus-Effekt"
Das rhythmische Zusammenspiel eines guten Trommel-Ensembles löst bei vielen Menschen eine enorme Lust nach kreativem Ausdruck in Form von Tanz- oder Percussion-Improvisation aus. Bei gut gespielten Stücken kann man eine sehr starke Energie wahrnehmen, die voll von Lebensfreude und Kraft ist und die Menschen zu einem Ausdruck drängt. Es wirkt wie ein Medikament für Expressivität: man lacht, freut sich, ist voller Kraft und Konzentration, wird lauter und leiser, singt, kommuniziert über Blicke und die Trommeln, bewegt sich im Takt und ist immer wach für die Signale des Solisten und der TänzerInnen, die das Spiel bestimmen.
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